Google ist nicht böse!?

Die Digitalisierung unserer gesamten Gesellschaft ist in vollem Gange und nimmt weiter immer mehr an Fahrt auf. Es ist bemerkenswert zu sehen, welche Dominanz die großen IT-Unternehmen aus den USA in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten erlangt haben. Aus deutscher Sicht ist das zugegebenermaßen ein wenig frustrierend, da wir im globalen IT-Spiel, vielleicht von SAP einmal abgesehen, absolut nie eine Rolle gespielt und wohl auch auf absehbarer Zeit nicht spielen werden. Auch wenn wir aktiv in dem Spiel keine Rolle spielen, so müssen wir den Markt und die Global IT Player genau beobachten und versuchen zu verstehen, in welche Richtung diese marschieren.

Google repräsentiert in perfekter Art und Weise die mächtigen IT Unternehmen. Lange Zeit stand das Motto „Don‘t be evil (sei nicht böse)“ bei Google im Fokus. Aber welche Ziele verfolgt Google wirklich? Ist Google so harmlos, wie es zu sein scheint? Für viele Menschen ist Google immer noch das Unternehmen, das eine Suchmaschine für das Internet entwickelt hat, damit einen quasi-Standard entwickelt hat und mit Werbung Geld verdient.

Neben der Suchmaschine bietet Google viele Tools an, die klein gestartet sind, heute aber große Bedeutung erlangt. Das sind u.a. das Videoportal YouTube, Maps zum Navigieren, der E-Maildienst gMail, das Social Network Google+, GoogleDrive als Filesharing-Plattform, ein webbasiertes Google-Office, die Bilder Sharingplattform picasa und viele weitere. Ein weiteres eindrucksvolles Beispiel ist Android, das Betriebssystem von Google für mobile Endgeräte. In der Zwischenzeit ist es das meist verbreitete Betriebssystem auf der Erde und läßt damit den Platzhirschen Windows von Microsoft alt aussehen.

Android dringt neben Smartphones und Tablet in immer mehr Endgeräte ein. Microsoft hat es einfach nicht geschafft, die dominierende Herrschaft am PC auf mobile und weitere Endgeräte auszubauen. Diese Schlacht hat das Unternehmen aus Redmond verloren und spielt in der heutigen IT-Welt nur noch eine untergeordnete, nicht aber eine taktgebende Rolle. So breitet sich Google mit seiner Plattform und seinen Tools immer weiter aus. Sowohl Betriebssystem als auch alle anderen Tools werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Geld verdient Google nicht mit Software, diese ist nur Mittel zum Zweck, um Daten zu generieren.

Google sammelt fleißig Daten von seinem Nutzer und ist über einen längeren Zeitraum in der Lage zu erkennen, um wen es sich beim Nutzer handelt. Das Nutzungsverhalten wird analysiert, das Android-Handy merkt sich mittels der Ortungsdienste, wohin sich der Nutzer geografisch bewegt, welche Orte und Lokalitäten er aufgesucht hat, wonach im Internet gesucht wird, welche Interessen der Nutzer hat, welche Nachrichten und Telefonate mit welchen Inhalten empfangen bzw. versendet werden.

Google Now ist der Ansatz von Google, dem Nutzer alle Daten zur Verfügung zu stellen, um diese zu nutzen und dann aber vom Nutzer auch wieder einzusammeln. Es macht klar, wie mächtig die Daten sind, die Google über seine Nutzer sammelt und wieviel individuelles Wissen Google von seinen Nutzern hat. Damit wird auch klar, dass Google über mehr Daten verfügt, als sie der Staat von seinen Bürgern hat. Es stimmt einen sehr nachdenklich, wenn man mögliche Szenarien durchspielt, wie man diese Daten verwenden könnte, wenn Sie missbraucht oder diese beispielsweise durch Cyberangriffe in falsche Hände geraten würden.

Google verfolgt eine klare Strategie in weitere Themenfelder und Branchen einzudringen, was die Firmenzukäufe in der Vergangenheit eindrucksvoll unter Beweis stellten. Massive Zukäufe im Bereich Satelliten-, Drohnen-, Roboter-und Haustechnik, Künstliche Intelligenz und autonomes Fahren unterstreichen Googles Weg zum HighTech-Konzern. Jedes dieser Investments hat nur das eine Ziel – Daten zu sammeln und zu verwerten. Egal in welche Branche Google eintritt, sei es die Logistik-, Automobil- oder Energiebranche, kann man erahnen, wozu Google in der Lage sein wird, die Spielregeln dort zu ändern und die Bereiche mit den Daten zu dominieren.

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Eine Antwort zu “Google ist nicht böse!?

  1. Cooler Artikel! Ich habe Ihren Vortrag bei Pecha Kucha in RGBG gehört, war ja auch sehr interessant. An der Universität gab es mal eine Vortragsreihe namens „Digitale Gesellschaft“, wo diese Themen auch diskutiert wurden. Hätte Ihnen sicher gefallen 😉

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